.) Urlaubsvorgriff:

Erlaubt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer den Verbrauch von Urlaubstagen, deren Anspruch erst zu einem späteren Zeitpunkt entsteht, nennt man dies Urlaubsvorgriff. Im Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses besteht grundsätzlich kein Recht zur Rückverrechnung der bereits zu viel konsumierten Urlaubstage.

Wir empfehlen Ihnen daher, Urlaubsvorgriffe zu vermeiden!

 

.) Ferialpraktikanten:

Echte Ferialpraktikanten:

„Echte“ Ferialpraktikanten sind Schüler und Studenten einer mittleren oder höheren Schule, die im Rahmen ihrer noch nicht beendeten Ausbildung eine vorgeschriebene praktische Tätigkeit (=Pflichtpraktikum) ausüben, bei der der Lern- und Ausbildungszweck im Vordergrund steht. Sie dürfen sich im Betrieb aufhalten und betätigen, sind aber nicht zu Dienstleistungen verpflichtet.

 

Unechte Ferialpraktikanten/Ferialarbeiter:

Unter Ferialarbeitern versteht man Schüler und Studenten, die vornehmlich in den Ferien etwas „verdienen“ wollen. Aus diesem Grund treten sie in ein Dienstverhältnis und werden je nach der Art ihrer Tätigkeit als Arbeiter oder Angestellte geführt.

 

Die Anmeldung muss in beiden Fällen vor Arbeitsantritt erfolgen. Die Entlohnung richtet sich nach dem anzuwendenden Kollektivvertrag, wobei z. B. im Gastgewerbe und der Landwirtschaft „echte“ Praktikanten deutlich niedriger entlohnt werden können.

 

 

.) Neues Arbeitszeitgesetz:

Gemäß dem Regierungsprogramm wird die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden und die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 50 auf 60 Stunden erhöht.

 

Neben den bisherigen Ausnahmen von Arbeitszeitgesetz sollen künftig sonstige Personen mit selbständiger Entscheidungsbefugnis sowie Arbeitskräfte, die Familienangehörige sind, vom Geltungsbereich des AZG und des ARG ausgenommen werden.

 

Grundvoraussetzung für eine Ausnahme ist bei beiden neuen Ausnahmefällen, dass die Arbeitszeit

 

nicht gemessen oder im Voraus festgesetzt oder

von den Arbeitnehmern hinsichtlich Lage und Dauer selbst festgelegt wird.

 

 

Durchrechnung: Übertragung von Zeitguthaben

 

Die derzeit bestehende Möglichkeit von Kollektivverträgen, eine Übertragung von Zeitguthaben nur in den nächsten Durchrechnungszeitraum zuzulassen, soll insofern flexibilisiert werden, als die mehrmalige Übertragung von Zeitguthaben und Zeitschulden in die nächsten Durchrechnungszeiträume ermöglicht wird. (§ 4 Abs 7 AZG)

 

Gleitzeit

 

Bei Gleitzeit haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit selbst zu bestimmen. Hier ist nunmehr fünfmal pro Woche eine mögliche Verlängerung der Tagesarbeitszeit auf zwölf Stunden vorgesehen. Wird tatsächlich an fünf Wochentagen jeweils zwölf Stunden gearbeitet, muss ein allfälliger sechster Arbeitstag arbeitsfrei sein. Wird hingegen an fünf Wochentagen jeweils zehn Stunden gearbeitet, ist an einem allfälligen sechsten Arbeitstag keine Verlängerung der täglichen Normalarbeitszeit zulässig. Nicht übertragbare Gleitstunden werden am Ende der Gleitzeitperiode wie bisher mit Zuschlag (Zeit oder Geld je nach Vereinbarung) vergütet.

 

Überstunden

 

Im Zusammenhang mit Überstunden sind folgende Änderungen geplant:

 

Vereinbarte Überstunden (11. und 12. Stunde) sind zumindest mit den gesetzlichen Überstundenzuschlägen zu vergüten, sofern die jeweiligen Kollektivverträge oder Betriebsvereinbarungen keine günstigere Regelung vorsehen (gilt nicht bei Gleitzeitregelung). Ein Ausgleich in Zeit kann, aufgrund von kollektivvertraglichen Regelung oder Betriebsvereinbarungen, ebenfalls zulässig sein.

Arbeitnehmer können künftig Überstunden nach den § 7 und § 8 Abs 2 AZG aus überwiegenden persönlichen Interessen ablehnen, wenn durch diese Überstunden die Tagesarbeitszeit zehn Stunden oder die Wochenarbeitszeit 50 Stunden übersteigt. Sie dürfen deswegen nicht benachteiligt werden, insbesondere hinsichtlich des Entgelts, der Aufstiegsmöglichkeiten und der Versetzung.

 

Beachten Sie bitte, dass das neue Arbeitszeitgesetz noch nicht in Kraft getreten ist und die Gesetzwerdung noch abzuwarten ist.